Menschenmassen sind mir auf das Äußerste zuwider. Und wenn diese Menschenmassen vor meiner Haustüre Stadtläufe veranstalten, erst recht. Volksgesundheit und der individuelle Drang nach Vergleichbarkeit in Ehren. Aber ich kann es nicht leiden, wenn ich am Sonntag früh nicht nur mit Mühe vor die Türe kann.

Oha, ich habe wieder ein schönes Argument vorzuschieben, weshalb ich nicht mitlaufen muss

. Statt dessen gehe ich jetzt lieber Trollblumen in der Hochröhn anschauen und etwas sieben. Das Foto zeigt einen Antribus albidus, den ich im März 2009 hier in Würzburg (Höchberg) aus Eichenlaubstreu gesiebt habe. Dieser Breitmaulrüssler (Antribidae) ist der häufigste der Familie und zugleich der stattlichste.
Ich werde immer wieder von Joggern gefragt, ob man denn die Insekten töten muss. Nicht zwingend. Allerdings lassen sich die wenigsten Tiere im Feld mit Bordmitteln sicher bestimmen. Die Käfer, die man so vom Joggen kennt sind in aller Regel gut zu bestimmen. Für eine Fundmeldung über einen Hirschkäfer benötigt man kaum einen wissenschaftlichen Beleg. Die Gattung ist hierzulande monotypisch, sie hat nur eine Art, die darüberhinaus gut an den Oberkiefern - dem Geweih - zu erkennen ist. Bei meinem ersten Acalles sp. (Rüsselkäferuntergattung Cryptorhynchinae) den ich in Bayern gesiebt habe braucht man aber schon eine 40x fache Vergrößerung und reichlich Licht und einen Stapel sehr spezieller Bestimmungs-Literatur. Und ein Meter Bücher und ein Mikroskop machen im dunklen Wald bei 3°C eben keinen Sinn. Vor allem nicht, wenn man gelegentlich vor Wildschweinen davon laufen muss, was mir im Frankfurter Stadtwald des öfteren passiert ist...
Weiterjoggen.