
Diese Woche war Drogen-Offensive bei Gayflower. Ich spreche ausnahmsweise mal nicht von den Drogen, zu denen nur die Teamleiter im Rahmen von Züchtigungs-Evaluationen Zugang erhalten um die eigene Schmerzgrenze herab zusetzten. In der Tat ist Cocain für die Teamentwicklung nicht sonderlich förderlich, was sich in einem unserer QA-Produkte in Form eines Modules zur Analyse des "Verhältnis zu schöner Architektur versus funktionalem Code in Summa" äußert. Nun, was wir in größeren Projekten mitgenommen haben, ist die Tatsache, dass die Planung von Architektur mitnichten Spaß bereiten darf. Denn die Performance-Problematik in einer Hochlast-Umgebungen kann hier nach Lasttests zu wirklich kritischen und aufwändigen Refactorings führen (was übrigens auch ziemlich weh tun kann, wofür die Teamleiter bei uns dann Cocain bekommen sollten und nicht nur, wenn Nachtarbeit angesagt ist).
Ich halte fest: Cocain beraubt ein Team definitiv noch um den letzten aber nötigen Rest Schmerz beim Planen von Softwarearchitekturen.
Was jedoch allgemein bekannt ist, ist eine in meinen Augen auch in Bayern völlig zu unrecht verharmloste Droge aus der Gruppe der Methylxanthine, nämlich das
Coffein. Es wirkt (in Milligramm-Dosen) anregend, erhöht die Aufmerksamkeit und wirkt der Müdigkeit entgegen. Also Eigenschaften, die für den Einzelnen in einem Entwickler-Team durchaus Sinn machen.

Hat sich auch unsere Geschäftsleitung gedacht und eine Coffein-Offensive gestartet. Denn der politisch korrekte GEPA-Kaffee ist im Münchner Office in den letzten Monaten schließlich auf wenig Entzücken gestoßen. Die Folge: Der klassischen Coke wurde der Vorzug gegeben - und wie ich meine, ist die Untersützung des nachweislichen Brause-Imperialismus weniger dem Vorzug zu geben als den Kolumbianischen und Äthiopischen Kindern eine Schulbildung zu finanzieren (nebenbei fördert es die Kariere nicht, bereits mit sechs Jahren das erstmal entlassen zu werden, nur weil sich einige Europäer etwas gutes ausgedacht haben, was aufgestülpt zu kontrollieren ohnehin merkwürdig erscheint - auch wenn ich die Absicht unterstütze - Lösungsansätze müssen ja nicht für ihren Erfolg nachvollziehbar sein, aber das ist wieder eine andere Geschichte). Das klingt hart, aber da eine Tasse Coke sehr viel weniger Coffein enthält, als eine Tasse Kaffee, steigt der durchschnittliche Verbrauch von Zucker natürlich auf ein für die Volksgesundheit unerträgliches Maß.
Die Antwort: Ab dieser Woche Evaluation neuer Kaffee-Marken (reden wir hier mal nicht von Sorten - Blue Mounten wird es einfach nicht im Office geben, ist einfach so). Wir stimmen also demokratisch ab (den Blogeintrag hierzu habe ich leider durch meine eigene Schusseligkeit gelöscht, wie aber die vorbereitete Graphik beweist, wird daran teilgenommen!).
Der eigentliche Drogen-Coup der Geschäftsleitung ist aber sicherlich die zeitgleiche Einführung von Club-Mate diese Woche. Zugegeben, die erste Flasche war etwas sehr gewöhnungsbedürftig. Die Zweite hat den Gedanken auf das Suchtpotenzial verdrängt. Ab der Dritten: Willkommen bei einer neuen Abhängigkeit.

Ich halte fest: Der Grund, einem Entwickler-Team Coffein unterzujubeln hat wirtschaftliche Gründe: Die Code-Qualität und -Quantität steigt mit der Darreichung von Kaffee, weshalb es unabdingbar ist sozial-wirtschaftlichen Aspekten den Laufpass zu geben (ich trinke sowieso meinen eigenen Kaffee, weil ich ein Kaffeeterrorist bin). Ein anderer Grund jedoch ist zielsicher der, dass mit Club-Mate eine neue Form der Abhängigkeit geschaffen wird, die es in jenen Tagen sehr schwer macht, den Arbeitgeber zu wechseln. Und hier haben wir ganz offensichtlich auch den Grund: Bindung von
Wetware.
Ach übrigens, Kunden bekommen bei uns auch Club-Mate. Das ist gleichzeitig der Versuch einen günstigeren Weg für die Heroin-Injektionen zu finden. Mate wächst im Gegensatz zu Mohn, der ja auch noch veredelt werden muss, in unserer Argentinischen Arbeitskolonie. Wir müssen ja Anfangen, ganzheitlich zu denken!
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