Mir ist das schon ein paar mal passiert, dass ich mich verknallt habe.
Das ist nicht ungewöhnlich, aber normal reagiere ich darauf mit Zurückhaltung, weil es einfach sehr sehr selten ist, dass sich der andere Part auch verknallt.
Ich spreche nicht von Liebe. Ich spreche über meine eigene Unzulänglichkeit.
Also wirklich, ich bin der Senkrechtstarter der Peinlichkeiten. Echt wahr.
Das schlimmste, dass mir je passiert ist, mich andauernd in Frauen zu verknallen, die sich in einen anderen Mann verknallt haben.
Ich erkläre mir das so: Eine Freundin, die sich verknallt hat (in einen anderen Mann, oder in meinem aktuellen Fall, in eine andere Frau), strahlt dreierlei Dinge aus: Sie ist euphorisch, baut eine ungewohnte Distanz und gleichzeitig eine ungewohnte Nähe auf.
Nochmal zum mitschreiben:
Sie ist euphorisch, aber nicht meinetwegen, sondern wiel sie verliebt ist, nur nicht in mich, erste Missdeutung.
Sie baut eine ganz unterschwellige Distanz auf. Das tut sie meinetwegen, weil sie mich mag, aber merkt, dass ich etwas verknallt bin. Wäre sie nicht verknallt, würde sie das vielleicht sogar sofort niederbügeln. Aber verliebte Menschen habe keine Sinn für sowas. Die sind eben verliebt! Meine Fehldeutung ist aber auch nicht minder peinlich: ich denke nämlich, sie könnte distanziert sein, weil sie sich verknallt hat - und vielleicht einfach etwas zurückhaltend ist.
Sie baut bei aller Distanziertheit eine neue vorher nicht da gewese Nähe auf. Das missdeute ich am allermeisten. Die nähe kommt aber von der Euphorie, denn wenn man verliebt ist, möchte man den ganzen tanzen und andere Leute umarmen. Naja, wenn das nicht immer so ist, ich verwende einfach mal dieses Bild.
Und das scheussliche ist, dass mir das passiert. Das ist demütigend, weil es einfach über mich selber aussagt, dass ich einerseits ein schlechter Beobachter bin, und andererseits, was tue ich eigentlich hier?
Ich hab' zu arbeiten!