Vor Monaten bin ich angehalten worden in fünf Sätzen (ICH!) darzustellen, welche Faktoren der agilen Softwareentwicklung dem letzten Projekt zum Erfolg verholfen haben - und was das Besondere an dem Verfahren war, das die
nicht agile Welt interessieren könnte.
Natürlich habe ich nachgefragt:
Darf ich antworten oder muss ich abschreiben? Ich sollte Antworten. Und natürlich bin ich gescheitert - was aber bei 34°C Umgebungstemperatur auch nicht ganz überraschend erscheint. Ok, es war im letzten Sommer. Außerdem war ich nüchtern.
Menschen, die nicht mit agilen Prinzipien vertraut sind verhalten sich oft wie Polizisten, die draußen bleiben müssen. Fast wie die Schlampe von Türsteherin in der ODEON-Launch. Sie pöbeln herum und verweisen darauf, dass kontrollierte Projektsteuerung seit Jahrzehnten bestens funktioniert; wenn das Projektmanagement taugt, der Plan ein guter ist und das ganze konsequent durchgeführt wird. Etabliert. Erinnert mich etwas an zweieinhalb Promille Ouzo am Morgen und die Frage, wie die Dame neben mir hier hereingekommen ist. Ganz klar: Durch die Tür. Ob das ein guter Plan war, sagt mir auch nicht das Licht.
Alles nach Plan. Und die Mutter Gottes hat Jesus selbstredend ohne Sex bekommen. Eine Aussage, die in einem näher zu untersuchenden Kontext immerhin mehr als 2000 Jahre funktioniert hat.
Oder wie es auf einem Relief auf der Rückseite der Würzburger Marien-Kapelle dargestellt wird: Der Heilige Geist flößt Maria sein Sperma direkt über die Ohren ein. Davon abgesehen, dass oft nicht diskutiert wird, was 2000 Jahre wirklich funktionieren soll, sind wir mitten in der Rahmenhandlung meiner Fünfworteerklärung, die ich leider in den Papierkorb werfen musste. Ich habe nämlich nur gehört, dass ich nicht wirklich klar denken könne. Stimmt auch, vor 1030 lokaler Zeit.
Bleiben wir aber bei der unbefleckten Empfängnis. Es geht mir zunächst nur um die reine Mechanik.

Das Ohreinflößen auf dem Relief zeigt, dass von einem Stapel Schlaumeier tatsächlich eine (technische) Lösung angeboten wurde, die das Hauptproblem der Jesus-Zeugung umgeht: Empfängnis ohne Sex. Klar, das Konzept kennen wir ja alle. Kommt ja hin und wieder vor. Vielleicht sind die Spermien des Heiligen Geistes bei Maria ja durch das Mittelohr über ein Loch im Trommelfell in das Innenohr gelangt. Von da ganz einfach in den Rachenraum an der Nasenschleimhaut vorbei und irgendwie in die Bauchhöhle geschwommen. Ergo müssen auch noch wenig Blockier- und Killerspermien mit von der Partie gewesen sein. Sonst hättte Maria einen ziemlichen Hals beim Austragen gehabt. Eine schöne Einführung zu dem Thema liefert übrigens Robin Baker:
Krieg der Spermien.
Meine Phantasie verlässt mich hier keineswegs. Jedenfalls, sofern ich morgen nicht auf der Straße von einem Kreationisten der Blasphemie beschuldigt und gelüncht werde. Aber alle Fälle die ich kenne, bei denen ein Mädchen durch einen Blowjob schwanger geworden ist, haben sich bekanntermaßen als erklärbar erwiesen - und nicht einmal durch einen deep throat gab es bisher dokumentierte Fälle von Schwangerschaften. Aber genau aus ähnlichem Grund macht es gerade keinen Sinn, dass Jesus eine Bauchhöhlenschwangerschaft hätte sein sollen. Induziert über's Ohr. Da fehlen einem die Worte!
Die Schwangerschaft von Maria über's Ohr kommt mir nur unter einer Prämisse plausibel vor. Wenn ich nämlich der Nuance "Samen" vs. "Spermium" mehr Gewicht schenke. Noch vor nicht allzu langer Zeit wurde in deutschen Schulbüchern von "Samen" und "Samenleitern" gesprochen. Jeder Botaniker weiß sehr wohl, dass Samen bereits Embryos sind. Die Reaktion auf eine Vielzahl fliegender pflanzlicher Spermien hingegen kennen viele von uns als Heuschnupfen - diese pflanzlichen Spermien - oder landläufig als
Pollen bekannt, können nämlich bei uns Allergien auslösen. Sind also hinreichend bekannt. Deswegen heißt es heute auch "Spermienleiter" - wenn man das schon eindeutschen will.
Nehmen wir weiter an, dass die Erfinder dieser Ohrinduktion (sog.
Inaurisfertilization) weder mit der Verschmelzung von Erbgut noch über die Zellteilung bescheid wissen, als sie die Konstruktion planen. Dann hätten sie nämlich einen Embryo durch Marias Ohr - sehr wahrscheinlich nach unten - gejagt. In den äußeren Gehörgang direkt durchs Trommelfell (wenn das niemand repariert hat, war Maria auf einem Ohr Taub) in die Paukenhöhle an Hammer und Ambos vorbei und dann in Richtung Ohrtrompete immer nach unten. Mit etwas Phantasie könnte dieser Embryo sich ja auch entwickelt haben. Wo auch immer. Klingt irgendwie leicht entzündlich. Jesses, wieso nicht!
Was hat das aber mit dem eigentlichen Thema zu tun?
Die Welt mit klassischem Projektmanagement
Antwort: Mit klassischen Projektmanagement-Methoden kann man alles
durchziehen. Ich schreibe es nicht gerne, aber
in den Arsch wäre ab und an wirklich effektiver als in die Ohren!
Und so gut mir das mit dem klassischen Projektmanagement auch gefällt: Hätte die Kirche immer Vertrauen in den Verstand seiner Gläubiger gehabt, wäre keine Konstruktion wie die der
Inaurisfertilization nötig gewesen.
Die Welt mit Projektorganisation nach agilen Prinzipien.
Übrigens sind da jetzt Käfer drin!
Ich kann nur Mutmaßungen anstellen, wieso und warum so viele Religionen und Glaubensgruppen immer wieder Ansätze wählen, bei der Menschen absurderweise für völlig meschugge gehalten werden sollen. Auffällig ist aber, dass die Menschen diesen Gruppen nicht ziellos zulaufen. Sie werden eingefangen. Meistens. Wer wird schon als
Project Management Professional geboren? Diese Leute werden genauso eingefangen wie Menschen für den
Wahabismus eingefangen werden. Ok, ganz davon abgesehen, dass sicher im Hause
as-Saud bestimmt der eine oder andere PMP beschäftigt wird, muss man den Terroristen vom 11. September lassen: Agil waren sie! Und wie mir dieser Tage eine Architektin mitteilte, wäre es aus Sicht der Statik nur mit groben Baumängeln möglich gewesen, die zwei Türmchen mit zwei Flugzeugen platt zu machen. (Oder mit extrem gut geplant und sehr professionell durchgeführten zusätzlichen Sprengladungen.)
Das Problem mit Transparenz in der Politik und der Religion: Intransparenz färbt unsere Sozialisation seit über 2000 Jahren. Das ist nicht gut. Überhaupt nicht. Denn Introspektion kann nur effektiv durchgeführt werden, wenn ein System transparent ist. Sonst bleibt das Sperma an der Nasenscheidewand kleben und es kommt zu einer Nasennebenhölenschwangerschaft die später an ein Kreuz genagelt wird. Adaption ist der Punkt, auf den sich die US-Regierung hervorragend versteht, sonst hätten
sie nicht einen der schlimmsten Asbestklötze New Yorks so frech in aller Öffentlichkeit abgerissen und Al-Qaida mit drei Sternchen auf den Bulldozer schreiben können. Die drei genannten Aspekte Transparenz, Introspektion und Adaption sind zwar nicht unmittelbar mit der Agilität verheiratet, stellen aber doch die Grundsäulen dar, auf die die SCRUM-Prinzipien aufbauen
, um die Welt und die Menschen in dieser Welt zu verbessern, damit die damit erstellten Produkte für die Menschen in dieser Welt und die Welt herum noch besser werden und alle zufrieden lächeln können und wir eine erfüllte 40-Stundenwoche abreisen können - prost!.
Weitermachen.