Ich war die Tage ausnahmsweise bei meinem HNO-Arzt. Wegen den Halsschmerzen - wer will schon im subtropischen Klima auf den Canary Is. im
Urlaub beim Forschen ohne Unterbrechung herumhusten? Eben.

Dass ich immer zu dem selben HNO-Mediziner gehe versteht sich fast von selbst, wenn man nur einmal mitbekommen hat, wie er mit seinen Patienten umgeht. Da kommt es schon mal vor, wenn eine Mutter mit ihrer gerade erst flügge gewordenen Tochter böse fluchend am Arm aus der Praxis rennt. Er hat ihr erklärt, die Halsschmerzen ihrer Tochter kämen definitiv von einer Jungenhaarallergie (siehe Foto) und sie sollte beim Sammeln von Erfahrungen nächstens bitte besser aufpassen. Die Tochter hatte viele Fragezeichen auf der Stirn. Ich nehme an, die Jungs mit denen sie ins Bett geht, haben allesamt einen Bartwuchs wie ein sehr geschätzter Kollege. Ich habe meinen Arzt natürlich gefragt, ob er sich postkoitale Aufklärung so vorstellt?! Tut er. Punkt. Und die Tochter war wohl deswegen verwundert, weil sie noch nie mit einem Jungen Sex hatte, der Haare hatte. Für die Mutter natürlich eher ein Zeichen von Pädophile, diese Hollywood-Cut-Sache. Aber das sind Themen, denen wir uns im nächsten Jahr widmen werden, nachdem der neue Staatsvertrag zum Jugendmedienschutz mich zunächst von der Angel lässt.
Richtig agil dachte ich mir, als ich Minuten später selbst kurz vor einer Aspiration mit einer Kehlkopfsonde im Hals an allen Blödsinn dachte, den ich je begangen habe, und dass eine Jungenhaarallergie noch das geringste meiner Probleme darzustellen schien.
Nachdem die Sonde heraus war, sah ich das zwar anders, aber ich habe ein gutes Gedächtnis für Schmerzen.
So. Das war eine niedliche kurze Geschichte. Wir gehen im nächsten Jahr mit Jo-TV online. Gehört ja schon zum guten Ton. Aber das wollte ich noch nicht verraten... Zurück.
Auf diesem Zahnarztstuhl wurde mir einiges klar:
Du brauchst dich nicht mehr darum zu kümmern, was dein Team morgens im Office treibt, wenn du dich im Bademantel wachblasen läßt. Denn dann heißt du u.U.
Hugh Hefner und bist als Sc
rumMaster in einem agilen Environment längst gefeuert, weil du den Beweis erbracht hast, dass ScrumMaster einfach nicht Teamleiter sein können.
Und wenn du nicht der ScrumMaster bist, ist es auch egal. Ganz agil egal: Denn eine Verbesserung der täglichen Stand-Up-Meetings - wir nennen das in der Scrum-Welt einen "Daily-Scrum" - wäre dann einfach nicht mehr mein Job. Auf der anderen Seite würden die Jobs für die Kollegen unter meinem Teamleiter-Tisch wegfallen und alles wäre wieder gut.
Weitermachen.